Einladungskarte

"Auch Schatten leuchten"

Künstlerisch-konzeptionelles Projekt des BBKL e. V. in Kooperation mit der Stadt Wurzen – Kunst im öffentlichen Raum 2015

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Auch Schatten leuchten

Gefördert durch:

Kooperationspartner: Joachim- Ringelnatz-Verein Wurzen e.V.

Projektleitung: Franziska Möbius

Der BUND BILDENDER KÜNSTLER LEIPZIG e. V. schrieb im Januar 2015 zum dritten und letzten Mal einen Wettbewerb für den Ringelnatz-Skulpturenpfad in Wurzen aus. Dieser richtete sich an professionell arbeitende bildende KünstlerInnen aus Mitteldeutschland. Der Ringelnatzpfad besteht aus insgesamt 13 Stelen, die jeweils ein Gedicht von Ringelnatz im Zusammenhang mit dem jeweiligen Standort tragen. Acht der Stelen tragen bereits ein Kunstwerk, darunter Arbeiten von Eva Backofen, Thomas Henniges, Annett Oehme, Jürgen Raiber, Erik Seidel und Priska Streit.

Drei Entwürfe des Wettbewerbs „Auch Schatten leuchten“ wurden am 10. Juli 2015 von einer Fachjury zur Umsetzung ausgewählt. Im November werden die realisierten Gewinnerbeiträge von Jana Beerhold, Jean Kirsten und Jan Thomas feierlich der Wurzener Öffentlichkeit übergeben.

PRÄSENTATION DER EINGEREICHTEN ENTWÜRFE
Vernissage: 08.08., 14 Uhr
Begrüßung: Frau Dr. Sabine Jung
Laufzeit: 09.08. - 13.09.
Ausstellungsort: Kulturhistorisches Museum, Domgasse 2,
04808 Wurzen

Öffnungszeiten:
Di - Fr: 10:00–13:00, 14:00–18:00
Sa & So: 11:00–16:00

Jana Beerholds (Leipzig) Entwurf ist für die Stele am Schloss mit dem Gedicht "Der sächsische Dialekt" konzipiert. Er zeigt Ringelnatz vergoldet auf einem goldenen Pferd reitend. Es ist eine Anspielung auf den Goldenden Reiter, den bekannten reichen Herrscher, August der Starke, ebenfalls ein Sachse. Ringelnatz reitet weniger heroisch, sogar scheinbar gebeugt von den vielen Rückschlägen, die ihm das Leben beschieden hat. Trotzdem reitet er selbstbewusst voran. Seine künstlerische Freiheit erlaubt ihm, sich mit fremden Gold zu schmücken oder eben die Langsamkeit des sächsischen Dialekts zu karikieren.

„Schnee-Stele“ von Jean Kirsten (Dresden) ist eine Konzeption für die Stele im Badergraben. Er arbeitet mit einem dreieckigen Glaskörper, in dessen Oberfläche die drei Zeilen des Ringelnatz Gedichtes Schnee geätzt werden: "- und immer wieder fort, fort. Nicht aus Vergnügen und nicht zum Sport. Manchmal tut's weh." Im Inneren des Glaskörper befindet sich die Silhouette eines Seepferdchens als Wappentier für Ringelnatz. Thematisiert wird das Gefangensein im Aquarium einerseits und das ewiges Selbstwachrütteln des Künstlers zum Weggehen wollen oder müssen andererseits.

„Betmäuschen“ von Jan Thomas (Halle) ist ein Entwurf für die Stele an der Wenceslaikirche mit dem Gedicht "Gebetchen". Die vorgeschlagene Skulptur ist eine Chimäre aus Frauenfigur und Fledermaus. Betend und mit ausgebreiteten Flügeln auf ihrem Schwanz tänzelnd schwebt sie für den Betrachter über der Stele. Das flüchtige Schattenwesen könnte aus den Bäumen oder als gefahrabwehrende Groteske gar von der Kirchenfassade geflogen gekommen sein, um für ein kurzes "Gebetchen" auf der Stele zu verweilen.

Kolloquium in Wurzen vom 12.05.2015