Einladungskarte

"Die Löcher sind die Hauptsache in einem Sieb"

Künstlerisch-konzeptionelles Projekt des BBKL e. V. in Kooperation mit der Stadt Wurzen – Kunst im öffentlichen Raum 2013

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Die Löcher sind die Hauptsache in einem Sieb

Gefördert durch:

Kooperationspartner: Joachim- Ringelnatz-Verein Wurzen e.V.;
Sponsor: WRC World Resources Company GmbH

Projektleitung: Franziska Möbius

Wettbewerb Kunst im öffentlichen Raum - Ringelnatzpfad Wurzen „Die Löcher sind die Hauptsache in einem Sieb“

Der BBK LEIPZIG e. V. schrieb 2013 wiederholt einen Wettbewerb für den Ringelnatz-Skulpturenpfad aus, um zwei weitere der insgesamt 13 Stelen mit einer Plastik zu besetzen. Es war ein einstufiger Ideenwettbewerb mit dem Motto: „Die Löcher sind die Hauptsache an einen Sieb.“

Die Jury setzte sich wie folgt zusammen:

Miroslav Bohdàlek (Netzwerk für demokratische Kultur e.V.)
Petra Dänicke (Ringelnatzverein Wurzen e.V.)
Elisabeth Howey (Künstlerin)
Dr. Sabine Jung (Kulturhistorisches Museum Wurzen)
Franziska Möbius (Künstlerin)
Barbara Schneider (Stadtverwaltung Wurzen)
Otto Berndt Steffen (Künstler)

In der Jurysitzung am 20. Juni 2013 im Museum Wurzen überzeugten die Ideen der Dresdner Künstlerin Eva Backofen sowie die des Leipzigers Thomas Henniges.
Backofens Entwurf mit dem Titel „Der Wanderer“ sieht ein aus Bronze gegossenes Flachrelief vor, das in Form einer stehenden Scheibe installiert werden soll. Thematisch setzt sich die Arbeit mit Ringelnatz’ bewegtem Lebensweg auseinander, welcher immer wieder von Reisen, Wandern und Trennungsschmerz geprägt wurde. So fliesen, ihrem Entwurf zufolge, in dem Relief eine Frauenfigur, ein Hund und eine floral durchbrochene Form ineinander. Über dem Wanderer auf seinem Weg durch scheinbar undurchdringliche Wälder öffnet sich unverhofft eine Lücke im dichten Geäst. Sie hat die Form einer schwebenden Frau, engelsgleich, enthoben und fest verwurzelt zugleich. Der Text „Ich habe dich so lieb“, auf den sich diese Arbeit bezieht, beschreibt einen Stimmungsumschwung. Am Anfang schildert er klagend die Verlassenheit des Dichters, endet aber auftrumpfend mit "ich lache" und der augenzwinkernden Selbsttröstung die Löcher sind die Hauptsache an einem Sieb. Die Struktur des Siebes lieferte auch die Grundidee für das Relief. Da hierbei die Grundfläche erhebliche Freiflächen aufzeigt, kann man nicht wirklich von einem klassischen Relief sprechen, sondern eher von einer Zeichnung in die Luft. Man schaut hindurch. Das Eigentliche erzählt das Weggelassene. Die Skulptur ist ein Bronzeguss von etwa 50 cm Breite und 1 cm Tiefe. Die Bronze wurde schwarz patiniert, um ihr Leichtigkeit zu geben und den Charakter der Zeichnung zu betonen.
Der Entwurf von Thomas Henniges sieht eine Skulptur für den Standort Rosental vor. Es befindet sich in einem kleine Park „Am Rosental“ im westlichen Teil der Stadt Wurzen. Inhaltlich und formal nimmt sein Entwurf „Dialog“ Bezug auf eine dort bereits bestehende Sandsteinskulptur, einem Mühlstein mit Loch. Die Negativform des Mühlsteinlochs will der Künstler in Edelstahl abformen und materialisieren. Die materialisierte Oberfläche der Skulptur wird poliert, wodurch der Betrachter sich selbst und seine Umwelt gespiegelt sehen soll. Die Stele wird mit einer flexiblen dunkel getönten Masse verkleidet und erhält dadurch eine Struktur, ähnlich einer Baumrinde.

Zum Projekt ist ein Faltblatt entstanden. (siehe pdf)

Faltblatt (PDF)

Vitae

Eva Backofen

1949 geboren in Meißen
Abitur mit gleichzeitigem Facharbeiterbrief in Berlin
Lehre als Kascheurin an der Komischen Oper Berlin
Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin
1973 - 80 Studium der Theaterplastik an der HfBK Dresden
seit 1980 freischaffend als Bildhauerin tätig
seit 1991 Mitglied der Künstlergruppe „Kartoffel“
2008 „Sopa de Artista“ Internationales Symposium für Großplastik, Odemira, Portugal
2009 Stipendium Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop, mit der Künstlergruppe „Kartoffel“

Thomas Henniges

1968 geboren in Friedrichroda
1985 – 88 Ausbildung zum Graveur
1991 – 98 Studium an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle, Fachbereich Metall Frau Prof. Irmtraud Ohme
2002-2005 Studium an der Westsächsischen Hochschule Zwickau bei Bruno Raetsch
1994 – 95 Studium an der Escola Massana Barcelona
1998 – 99 Forschungsstipendium des Landes Sachsen-Anhalt
1999 Kunstpreis „Ars Halensis“ der Dresdner Bank
2003 – 04 Bereichsleiter für Bildende Kunst im „Haus Steinstraße e.V.“ Leipzig
2008 1. Preis einer Ausschreibung für Kunst am Bau in Benigar, Spanien (Realisation)
2012 1. Preis einer Ausschreibung für Kunst am Bau in Dresden (GeoSN)

Fotografie: Louis Volkmann