Einladungskarte

Unter der Oberfläche

Torgau. Die bedeutsamste Reformationsstätte in Sachsen
Kunst im öffentlichen Raum 2012 - Ein Projekt
des Bundes Bildender Künstler Leipzig e. V.
in Kooperation mit der Stadt Torgau
Künstlerischer Wettbewerb und Ergebnisausstellung

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Unter der Oberfläche

Projektleitung: Jürgen Strege, Philipp Fritzsche

Fünf Installationen wurden durch eine Jury für die Realisierung ausgewählt. Die Jury: Jürgen Strege / Philipp Fritzsche (BBKL e.V.)
Osmar Brück (Beigeordneter der Stadt Torgau), Ekkehard Saretz (Ev. Kirchengemeine Torgau, Kirchenmusikdirektor), Iris Schmidt /
Jana Wittenbecher (Kleine Galerie/Torgauer Kunst- und Kulturverein „Johann Kentmann“ e.V.), Michael Berninger (Verlag culturtraeger
GmbH), Elfie Werner (Untere Denkmalschutzbehörde Landratsamt Nordsachsen)

Die von der Jury ausgewählten Wettbewerbsbeiträge:
„FREIdenkerRaum“, Priska Streit
„Katharinas LebensLauf“, Ute Hartwig-Schulz
„Reh-Formation“, Robert Verch
„reformation - es ist alles da“, Reinhard Krehl
„Lutherkanzel 2012“, Anika Gründer

Pressetext

Katharina-Tag in Torgau

Kunstobjekte des Kooperationsprojektes zwischen der Stadt Torgau und dem Bund Bildender Künstler Leipzig e.V. werden feierlich der Öffentlichkeit übergeben

Neben der Kür einer Katharina-Botschafterin werden im Rahmen des gleichnamigen Torgauer Festtages – dem Katharina-Tag – am 30. Juni die Gewinnerbeiträge des Kunstprojektes „Unter der Oberfläche – Reformation in Torgau“ offiziell und feierlich der Öffentlichkeit übergeben. „Damit wurden zwei verschiedene Projekte verknüpft, die den Reformationsgedanken sowohl auf künstlerischer, als auch auf sozialer Ebene in die Gegenwart transportieren“, so Pia Schilberg, Projektleiterin des Referats für Kultur und Tourismus der Großen Kreisstadt Torgau.
Initialzündung und Grundlage für dieses Kooperationsprojekt zwischen der Elbstadt und dem BBKL e.V. war in erster Linie die Bedeutsamkeit der Stadt in der Geschichte der Reformation, die wie keine andere im Kulturraum Leipziger Raum als wichtigstes historisches Zentrum der Reformation betrachtet werden kann.
Während die Kleine Galerie Torgau bis einschließlich 26. Juli 2012 noch einmal einen Großteil der Projektbewerbungen zur Schau stellt, können am 30. Juni ab 16 Uhr die 5 ausgelobten und realisierten Kunstobjekte unter Anwesenheit der Künstler/innen bei einem Rundgang durch die Altstadt besichtigt werden. Im Einzelnen handelt es sich dabei um FREIdenkerRAUM von Priska Streit, Katharinas LebensLAUF von Ute Hartwig Schulz, Rehformation von Robert Verch, Lutherkanzel 2012 von Anika Gründer sowie Reinhard Krehls reformation – es ist alles da.
Neben zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, die sich auf die gesamte Altstadt verteilen, findet am 1. Juli in der Torgauer Stadtkirche ein Festgottesdienst mit Margot Käßmann statt. Wie bereits am Vortag besteht ab 15 Uhr noch einmal die Möglichkeit, zusammen mir Heidi Stecker von der Galerie für zeitgenössische Kunst (Leipzig), an jeweils einer öffentlichen Führung entlang der Kunstwerke durch die Altstadt teilzunehmen. sk

Kunst im öffentlichen Raum
„Unter der Oberfläche – Reformation in Torgau“
Stadt Torgau, 2012

„LUTHERKANZEL 2012“

Anika Gründer

Mit der Arbeit LUTHERKANZEL 2012 wird eine verborgene Spur wieder aufgenommen und die ehemalige Nikolaikirche, ein einst bedeutsamer Ort, an dem vor fast 500 Jahren die ersten Taufen und Predigten auf Deutsch stattfanden, wieder sichtbar gemacht.
Wie ein wertvolles Kleinod liegt die weiße Kanzel an der durch unzählige Geschichtsspuren gekennzeichneten Fassade. Seit ihrer Erbauung im 13. Jahrhundert wurde die Kirche als Gewandhaus, Kaufhaus, Lager, Gefängnis, Behausung für einen großen Wassertank und als Munitionslager genutzt. Durch die Platzierung eines einzigen Objektes wird nun der einst sakrale Innenraum für wenige Monate in den Außenraum verlegt.

Lutherkanzel 2012

„reformation – es ist alles da“

Reinhard Krehl

sieben verschiedene heilpflanzen erinnern an die besondere verknüpfung von mensch und pflanzen. alle sieben wurden bereits zu reformationszeiten im alltagsgebrauch als heil- oder rauschmittel verwendet. alle sieben pflanzen besitzen die fähigkeit auf das menschliche nervensystem einzuwirken. damit vermögen sie das bewusstsein, die wirklichkeit neu zu konfigurieren. die wirklichkeit ist da, dennoch ist sie abhängig von der weise, wie wir sie erkennen. die anlage dieses beetes verweist auf die natur als ein informelles system, als sprache außerhalb der sprache. bedingungen für reformation sind und waren die dinge, wie wir sie kennen, die wir neu zueinander bringen müssen. es ist alles da.

reformation – es ist alles da

„Freidenkerraum“

Priska Streit

Jede Reform, jede Neuerung ist zu Beginn nur ein Gedanke. Damit ein Gedanke Wirklichkeit erlangen kann benötigt er eine Umgebung, die den Gedanken aufnimmt und ihn weiterentwickelt.
Die Torgauer Bürgerschaft und der Kurfürst nahmen Luthers Reformgedanken nicht nur auf, sondern gaben ihm den Freiraum zur Entwicklung und Verbreitung.
Der Freidenkerraum weist auf die sakrale Geschichte dieses Ortes hin und ist zugleich eine Hommage an das Potenzial eines Gedankens, der in die Zukunft weist.
Die Installation kreiert einen virtuellen Raum aus Seilen und soll den Betrachter animieren, diesen oder ihren eigenen Freidenkerraum mit Gedanken, Ideen und Wünschen zu füllen.

Freidenkerraum

„Rehformation“

Robert Verch

Das ist der Unterschied zwischen Tier und Mensch, dass dieser auch ein 
Sonntagskleid hat. (Martin Luther)
37 handelsübliche Zierfiguren sind auf einem quadratischen Sockel in besonderer Anordnung plaziert.
Weichen sie voneinander? Oder bedrängen sie sich? Ist die Masse Repräsentant einer aufgeschlossenen Menge, die sich um einen Redner versammelt, oder steht sie für einen reaktionären Mob, der sich gegen einen Querulanten stellt? Viele Fragen und Interpretationen - es kann gedacht und gelacht werden.

Rehformation
Gartenzierfiguren auf Holzsockel montiert

„Katharinas LebensLauf“

Ute Hartwig-Schulz

1499 Katharina von Bora in Lippendorf (bei Leipzig) geboren; 1504 Katharina kommt in die Klosterschule Brehna, später ins Kloster Nimbschen (bei Grimma); 1508 Lehrauftrag Luthers Universität Wittenberg; 1517 Luther veröffentlicht 95 Thesen über die Kraft der Ablässe;
1522 Katharina entflieht dem Kloster und kommt nach Torgau; 1525 Luther heiratet Katharina von Bora; 1526 Sohn Johannes geboren; 1527-1528 Geburt und Tod Tochter Elisabeth; 1529 Geburt Magdalene; 1531 Geburt Sohn Martin; 1533 Geburt Sohn Paulus;
1534 Geburt Tochter Margarthe; 1540 Todgeburt; 1534 erste Gesamtausgabe der Lutherbibel;
1546 Luther stirbt in Eisleben; 1547 Flucht nach Brauschweig (Krieg); 1550 Neubeginn in Wittenberg; 1552 Unfall auf der Flucht nach Torgau (Pest); 1552 Katharina stirbt an den Folgen des Unglücks

Katharinas LebensLauf

Übergabe

Übergabe

Die eingereichten Entwürfe und Ideen zum Wettbewerb
werden in einer Ausstellung in der Kleinen Galerie Torgau
vom 15. Juni bis 26. Juli 2012 präsentiert.

Pressestimmen

Flyer


Torgauer Zeitung vom 15.6.2012

Ausschreibung


Bauwelt 29|2012