Einladungskarte

"Ich bin ein Kind geblieben..."

Wettbewerb Kunst im öffentlichen Raum - Ringelnatzpfad Wurzen

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Ich bin ein Kind geblieben...

Joachim Ringelnatz – Mut zum Künstlersein

Gefördert durch:

Kooperationspartner: Joachim- Ringelnatz-Verein Wurzen e.V.;
Sponsoren: Filzfabrik Wurzen GmbH, Architekturbüro Krause, Unternehmensgruppe Kafril

Projektleitung: Franziska Möbius

Joachim Ringelnatz war ein vielseitiger vom Leben getriebener Künstler. Sein Werk ist eng mit seinem eigenen Leben verbunden. Die Lyrik nimmt einen großen Stellenwert in seinem Schaffen ein. Die heute noch bekanntesten Gedichte sind: Ein männlicher Briefmark erlebte, Die Ameisen, Logik, Der Bumerang . In den meist kurzen, durchgehend gereimten Gedichten werden Dinge belebt (Briefmarken, Knöpfe, Gläser) und können Tiere wie in der Fabel sprechen.
Ringelnatz hat auch Romane, Prosa, und einige autobiografische Bücher veröffentlicht. Sein malerisches Werk ist erstaunlich und lässt wie in dem literarischen Werk den grotesken Geist und die empfindsame Seele erkennen.

Das Kindliche war ein tiefer Wesenszug von Ringelnatz. > „…ich bin ein Kind geblieben, ward äußerlich auch meine Schwarte rau.“ Das hat überhaupt nicht mit Naivität zu tun, es war eine Offenheit der Empfindung gegenüber allem, was kreucht und fleucht, gegenüber den alltäglichen Dingen, - die sich aber auch oft scheu und verletzlich hinter die „raue Schwarte“ zurückzog. Er bedichtete Schnürsenkel, Nagelfeilen, Bürsten, Handschuhe, Pellkartoffeln. Zu Besuch bei Freunden, besprengt er zum hellen Entzücken der Kinder mit einer Gießkanne die Blumen im Teppich, „weil sie sonst nie Wasser kriegen“. 1

Gleichzeitig lebte Joachim Ringelnatz in großer Armut. Er führte das harte Leben eines Künstlers, war umtriebig und lernte die Abgründe der menschlichen Existenz kennen. Der tägliche Kampf ums Überleben ließ ihn nicht verbittern. In seinen Werken beschrieb er mit Ironie und Tiefsinn die Alltäglichkeiten des Lebens und brachte auch eine Skepsis gegenüber dem Etablierten zum Ausdruck.
Großer Künstler - große Armut, dafür gibt es mehrere Beispiele in der Geschichte. Es ist fast ein Klischee: muss ein/e guter/e Künstler/in zwangsläufig arm sein? Schöpft er/sie aus dem Mangel und ist das die Quelle der Inspiration? Ist die Armut eine Garantie dafür, immer neue kreative Wege zu gehen, schützt sie vor einer Wiederholung der eigenen Ideen?

„Die Leistung seines gelebten Lebens war eigentlich größer als sein schmales Dichtwerk. Ihm gelang, was so wenigen Poeten gelingt: Er hat es verstanden, seine ganze Existenz durchweg zu stilisieren. Die Sicherheit und heimliche Melancholie, mit der er die torkelnde Poetengestalt erst schuf und dann konsequent selbst lebte, ist bei dieser erstaunlichen Erscheinung gewiss das Erstaunlichste.“ 2

Der Ringelnatzpfad in Wurzen besteht aus 13 Stehlen, die jeweils ein Gedicht von Ringelnatz im Zusammenhang mit dem Standort tragen. Eine Stele wurde als Auftakt im Jahre 2008 von Ute Hartwig-Schulz mit einer Plastik bespielt.
Drei weitere Skulpturen entstanden 2012. Die durch einen zweistufigen Wettbewerb ausgesuchten Künstler waren: Annett Oehme, Jürgen Raiber und Erik Seidel. Ihre Plastiken setzten sich klug mit dem gestellten Thema und dem vorhanden Gedicht auf der Stele auseinander. Ihre Entwürfe überzeugten durch bildnerische Ideen, die sich in das örtliche Umfeld einpassten und gleichzeitig den spezifischen Ringenatzschen Humor widerspiegelten.

1 Norbert Gescher, in „Joachim Ringelnatz – ein Führer durch die Gedenkausstellung“, Angelika Wilhelm, Kulturhistorisches Museum Wurzen 1999, S. 7
2 Friedrich Luft; http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Ringelnatz

Annett Oehme

Geb. 1974 in Freiberg
1990-1994 Ausbildung zur Porzellanmalerin,
1994-2001 tätig als Porzellanmalerin in Meißen
2002-2005 Studium an der Westsächsischen Hochschule Zwickau bei Bruno Raetsch
(Studiengang Bildhauerei)
2005 Bachelor of Art
seit 2006 freischaffend in Dresden tätig
2007 Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Jürgen Raiber

1957 in Nordhausen/Thüringen geboren
Studium/Diplom für Grafik an der HGB Leipzig von 1983-1988
Meisterschüler von Werner Tübke von 1988-1991
Aufbaustudium/Bildhauerei bei Bernd Göbel/Halle von 1998-2002
lebt und arbeitet in Mölbis/Landkreis Leipzig

Erik Seidel

1966 geboren in Rodewisch
1987 -1996 Studium der Pädagogik, FB Kunsterziehung, Universität Magdeburg
1996 -1997 Studium Hochschule für Bildende Kunst Dresden, bei Prof. D. Nitzsche
1997 -1999 Lehre zum Steinmetz- und Steinbildhauer, Plauen
lebt und arbeitet in Plauen

Kontakt: www.erikseidel.de

Fotografie: Louis Volkmann

Broschur (PDF)

Einladung (PDF)

Pressestimmen (PDF)

Joachim Ringelnatz Verein e.V. Wurzen am 12.3.2012