Einladungskarte

FIGUREN AUS METALL

Ulrich Barnickel
Rainer Henze
Peter Luban
Klaus Urban
Cornelia Weihe

8.01. - 6.02.10

➝ zum Forum Lipinski

2017

2016

2015

2014

2013

2012

2011

2010

2009

2008

2007

2006

FIGUREN AUS METALL

Gefördert durch:

Laudatio „Figuren aus Metall“
am 8.Januar 2010 im BBK Leipzig
Dr. Ingrid Maut

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Im Jahre 2007 reifte das Konzept ehemaliger Absolventen der Burg Giebichenstein für eine gemeinsame Wanderausstellung, und noch im gleichen Jahr startete die erste Präsentation in München. Die Idee hat sich als erfolgreich erwiesen, denn die Resonanz ist für die Ausstellenden und die Besucher sehr inspirierend. Die unterschiedlichen Ausstellungsorte und –möglichkeiten fordern nicht nur eine neue Auswahl und Ordnung der Kunstwerke, sondern bieten darüber hinaus die Möglichkeit, immer wieder neue Akzente zu setzen.
„Figuren aus Metall“ ist das Motto der Metallgestalter Cornelia Weihe, Ulrich Barnickel, Rainer Henze, Peter Luban und Klaus Urban.
Damit stellen sie sich auf ihre spezifische Art der noch immer kontrovers diskutierten Frage nach der Rolle des Menschenbildes in der gegenwärtigen Kunst.

Das ausgehende 20. Jahrhundert hinterließ mit seinen Katastrophen und Brüchen Spuren im Wesen des Menschen. Auf der Suche der Künstler nach einem widerständigen Medium erhielt das Metall als künstlerisches Material eine unerwartete Aufwertung. Die Skulpturen offenbaren diese zunehmende Entfremdung des Menschen mit seiner Welt durch eine Formensprache, die durch Deformierungen und radikale Überhöhungen geprägt ist.
Die Figuren wurden einer Welt ausgesetzt, die auf immerwährenden materiellen und technischen Fortschritt setzt. Sie selbst sind mit ihren Verwerfungen und schrundigen Oberflächen Teil dieser Realität.

Die hier ausstellenden Künstler erhielten ihre Ausbildung Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre an der Burg Giebichenstein in Halle an der Saale. Sie waren Schüler der hochverehrten und sehr prägenden Hochschullehrerin und Künstlerpersönlichkeit Irmtraut Ohme, die nicht nur für die Metallbildhauerei, sondern auch für eine schöpferische künstlerische Auffassung Maßstäbe setzte.
Für die ehemaligen Absolventen ergibt sich bis heute eine besondere Situation. Bereits seit den zwanziger Jahren gab es an der Burg eine Klasse für kunsthandwerkliche Metallgestaltung. Aber erst seit den siebziger Jahren wurde das Ausbildungsprofil auf eine freie Gestaltung erweitert. Eher abseits von der öffentlichen Wahrnehmung entwickelten die Künstler eine aus ihrem Material resultierende künstlerische Formensprache.
Die Bildhauer versuchten damit, ein aus ihren persönlichen Erfahrungen geprägtes Menschenbild zu artikulieren. Entgegen den offiziellen Erwartungen in der damaligen DDR formulierten sie auch ihre Skepsis und ihre Ängste. Das Wiederaufgreifen des verletzten Menschenbildes war eines der wichtigsten Themen in der Bildhauerei. [...]
den gesamten Text lesen ...

Ausgewählte Arbeiten


Ulrich Barnickel, Goethe und Amalia, Bronze, 2006


Rainer Henze, Spalt-Gruppe, Stahl/Edelstahl, 1994


Peter Luban, Kopf, Bronze, teileise emailliert, 2009


Klaus Urban, Peilippides, Bronze


Cornelia Weihe, Kopf mit Tarnkappe, Stahl, 2008

Weitere Informationen

www.metallskulptur.org

Bilder der Ausstellungseröffnung


Foto: Andreas Münstermann


Foto: Andreas Münstermann