Einladungskarte

PHI

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12.10. - 13.11.2007

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PHI

Beteiligte Künstler

Steffen Balmer
Armin Forbrig
Michael Touma
Frank Voigt
Hael Yxxs

Betrifft: Ausstellung PHI in der Galerie VORORTOST

PHI ist die mathematische Formel des Goldenen Schnittes.
Die Faszination vom Goldenen Schnitt besteht darin, dass das kleinere Maß sich zu dem größerem proportional verhält wie das größere zu dem Ganzen.

Daher wird der Goldene Schnitt auch „die Göttliche Proportion“ benannt, da in ihm sich die Welt als eine geordnete Dimension offenbart, in der alles harmonisch zum ganzen Universum steht. Später wurden diese Gedanken in der Renaissance aufgegriffen und die Lehren von der Körperproportion Leonardos und Dürers beruhten zum Teil auch auf diesen Erkenntnissen:
Nämlich, dass der Mensch das Maß aller Dinge sei.

In dieser Ausstellung geht es um die Frage des Maßes heute im elektronischen Zeitalter. Denn es scheint, dass es uns am Wendepunkt zum 21. Jahrhundert noch an Orientierung fehlt.
Alte Werte werden in Zuge der Globalisierung hinfällig und neue formieren sich zaghaft: Es herrscht Beliebigkeit in der Kunst und Ästhetik,  Maßlosigkeit im Konsum, Zerfall der Familie und eine Sehnsucht nach verbindenden ethischen Normen.
Viele suchen nach neuen religiösen Inhalten.

Die hier versammelten Künstler , Steffen Balmer, Armin Forbrig, Frank Voigt, Hael Yxxs und Michael Touma, widmen sich diesen Fragen. Dabei bedienen sie sich der Technologie der Neuen Medien, um mit deren Ästhetik den Code unserer Zeit sichtbar zu machen.
Schon von Anbeginn der Industrierevolution entstand eine Kluft zwischen Kunst und Technologie Und es scheint, dass diese Kluft auch heute noch besteht. Für viele hat die Technologie nur einen Gebrauchwert.

Vielleicht erklärt diese Haltung zum Teil auch dem einzigartigen Erfolg der Malerei heute. Im Unterschied zu der reinen Malerei, die sich meist der Vergangenheit zuwendet, richten sich die Arbeiten der Künstler der Neuen Medien unserer Gegenwart und werfen einen Blick in die Zukunft.
Die Ausstellung PHI steht wie eine kleine Insel inmitten des Kunstbetriebs. Maschinen in die Kunstproduktion zu integrieren, bedeutet nicht nur, Kunst zu machen, sondern vielmehr die kulturelle Identität unserer Zivilisation zu ergründen.
Denn sollte die Technologie uns nicht zu neuen zivilisatorischen Ufern führen, werden fundamentalistische Haltungen jeglichen Couleurs das geistige und ethische Vakuum füllen. In diesem Prozess der kulturellen Findung sind Künstler der Neuen Medien das verbindende Glied zwischen dem Menschen, den Maschinen und der Kultur. Sie verwenden die Produktionsmittel unserer Zeit, um in der Sprache des Jetzt Gedanken und Gefühle zu formulieren, die es möglich machen, trotz der Komplexität unserer Gesellschaft, eine Zukunftsvision zu entwerfen.

Armin Forbrig entwickelte eine Bildästhetik, die zu neuen Ufern strebt und es ist spannend zu sehen, wie die traditionellen Bildzeichen zu einer neuen Bildsprache tanzen.

Frank Voigt stellt die Installation „Häutungen” aus der Werkfolge „HomoGen“ aus.
In seinen Bildern vermischt er greifbare Materialien wie Ölmalerei oder Silikon mit dem Digitaldruckverfahren. Und auf dem Bildschirm des Monitors kann man den Entstehungsprozess der Bilderfolge verfolgen.

„Schöne Zeit“ heißt die Installation von Hael Yxxs. Die Arbeit thematisiert auf eine poetische Weise die Spuren vergangener Ereignisse im Gegenwärtigen.
Wir sehen auf dem Monitor die Aufnahmen einer Vergangenheit, deren Spuren in der Gegenwart noch sichtbar sind. Schnee, Wasser, Sonne, Licht sind Zeugnisse dieser Geschichte.

Die Arbeiten von Michael Touma befassen sich mit der Suche nach dem Maß von Schönheit und Ethik..
ZeitRaum als Orientierungsebene. Das Anwesendsein der Dinge begrenzt sich nicht unbedingt auf einen realen Raum.

Die Video-Installation »inside/outside«
Die Arbeit von Steffen Balmer widmet sich  der Identitätsfindung des Menschen.
Wahre, erdachte oder mögliche Identitäten eines Menschen begegnen sich  gleichzeitig in einem fiktiven Raum. Dabei werden die Grenzen zwischen Wahren, Erfundenem und Erdachtem sehr zerbrechlich.

Zum Schluss
Es war eine umfangreiche Ausstellung zum Thema Digitale Kunst geplant. Der Mangel an Finanzen ermöglichte aber nur diese kleine Ausstellung. Wir hoffen, dass im kommenden Jahr eine umfangreiche Ausstellung realisierbar wird und dass die Tradition der Medienkunst in Leipzig wieder belebt wird.
Ausschnitte aus der Eröffnungsrede von Michael Touma

Hinweis
Das Maß aller Dinge
Vortrag am 9. November 2007, 20 Uhr
Projektgalerie VORORTOST
Prof. Ralf Urban Bühler

Ausgewählte Arbeiten


Steffen Balmer, Inside/Outside, Videoinstallation, 2007


Armin Forbrig, Versöhnung II, Digitaldruck, 120 x 90 cm, 2000


Michael Touma, Sie war da (Rote Version), Inkjet auf Folie, 118 x 175 cm, 2007


Frank Voigt, "Häutungen", Aus der Werkfolge "HomoGen", Digitaldruck auf Ölmalerei, 100 x 100 cm, 2006/2007


Hael Yxxs, "DAS AUGE", Videoinstallation, Beobachtungsobjekt, 2007

Bilder der Ausstellungseröffnung

Pressestimmen


LVZ vom 18.10.2007