Einladungskarte

Korrelationen IV

Susann Hoch + Peter Sylvester

Malerei und Grafik

18.08. - 13.09.06

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Korrelationen IV - Susann Hoch + Peter Sylvester

Spannende Handschriften

Korrelationen IV - unter dem etwas sperrigen Reihentitel zeigt die Galerie VorOrtOst derzeit Werke der Leipziger Künstler Susann Hoch und Peter Sylvester. Die „Wechselbeziehungen“ (so die Übersetzung des Titels) zwischen den beiden kann man herleiten: Zum einen gehören sie zwei aufeinander folgenden Generationen an. Sylvester wurde 1937 geboren, Hoch 1963. Der Ältere bildete sich als Autodidakt, die Jüngere studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst und war dort auch Meisterschülerin bei Professor Rolf Kuhrt. Der eine Künstler thematisiert kosmische Landschaften, die andere Künstlerin in weitem Sinne verstandene Seelenlandschaften. Ob dies nun Gründe für eine Aufladung der Ausstellung sind, bleibt dahingestellt. Viel wichtiger ist, dass hier zwei interessante Handschriften vorgestellt werden, denen das Ringen um ihren Gegenstand abzulesen ist.

Sylvester zeigt Einsichten ins Universum. Er setzt kühn Schnitte in Himmelsflächen, splittert Planetengebirge auf, fängt kosmische Strahlen und spitzt sie bildnerisch zu. Seine Bilder künden von (möglichen) Vorgängen im Weltall - unbeeinflussbar, menschenfern, kühl-fremd-schön. Immer platziert zwischen Schöpfung und Zerstörung. Sein erlernter Beruf Chemigraph ermutigte Sylvester mit der Serigraphie künstlerisch zu experimentieren. Er entwickelte sie zur fotomechanischen Drucktechnik und weiter zu einem computergestützten, fernsehtechnischen Verfahren. Wohlgemerkt vor langen Jahren, zu DDR-Zeiten. Darin war er Vorreiter, wurde international bekannt. Ein Verdienst der Ausstellung ist es, dass sie Arbeiten aus über zwanzig Schaffensjahren und in verschiedenen Techniken vorstellt.

Hoch hingegen konzentriert sich in der Schau auf Werke aus den letzten fünf Jahren. Auch sie ist technisch versiert. Sie fertigt und kombiniert Holzschnitte, Radierungen, Linolschnitte, Linolätzungen. Zieht die Druckblätter auf Leinwände auf. Schafft so auch großformatige Bilder. Ihre Arbeiten erscheinen auf den ersten Blick erzählerisch. Sie sind es aber nicht. Sie entziehen sich darin. Frauen, Reiter, Kinder, Tiere sind zu entdecken. Vor allem aber vegetabile und organische Formen wie Samenkapseln, Blüten, Wurzeln. Sie bilden Erinnerungsfäden, sind Symbole für persönliche Gefühle der Künstlerin. So trifft man auch auf ihr Selbstbildnis. Jeweils im Mittelpunkt der Arbeiten „Quelle“. Einmal als Mädchen, einmal als junge und einmal als lebensgeprüfte Frau.

Christine D. Hölzig
Leipziger Volkszeitung vom 11.09.2006

Ausgewählte Arbeiten


Susann Hoch, verwachsen, 2005, Holzschnitt, aufgezogen auf Leinwand


Susann Hoch, Quelle II, 2005, Holz-/Linolschnitt/Linolätzung, aufgezogen auf Leinwand


Susann Hoch, Mährische Rapslandschaft, 2006, Holzschnitt, Linolätzung


Peter Sylvester, Metamorphose II, 1997, Acryl/Leinen


Peter Sylvester, Futur – Landschaft I, 2002, Acryl auf Hartfaser


Peter Sylvester, Einblicke, 2004, Acryl auf Leinwand

Bilder der Ausstellungseröffnung

Pressestimmen


LVZ vom 11.9.2006