Einladungskarte

DIE HUNDERTSTE

31.08. – 29.09.12
Hans Bagehorn und die L.E. Chris_Duck_Singers + 4
Madeleine Heublein, Caroline Kober, Bertram Kober,
Andreas Münstermann, Mathias Perlet, Gesine Peterson,
Andreas Stehfest, Hael Yxxs

Öffnungszeiten
Mittwoch – Samstag: 14 – 18 Uhr

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DIE HUNDERTSTE

Gefördert durch:

Beteiligte Künstler

Hans Bagehorn und die L.E. Chris_Duck_Singers + 4
Madeleine Heublein, Caroline Kober, Bertram Kober,
Andreas Münstermann, Mathias Perlet, Gesine Peterson,
Andreas Stehfest, Hael Yxxs

Laudatio zur Ausstellungseröffnung „Hans Bagehorn and Friends“ am 31. August 2012 in der Galerie Vorortost Leipzig (Auszug)

Christine Dorothea Hölzig

Hans Bagehorn ist 1952 in Zeitz geboren. Er studierte von 1972 bis 1977 an der Hochschule für industrielle Formgestaltung -heute Hochschule für Kunst und Design - Burg Giebichenstein in Halle, Malerei / Grafik und Emailgestaltung. Bei Frau Professor Irmtraud Ohme legte er, wie nur wenige neben ihm, ein Diplom in Emailgestaltung ab. Seit 1978 arbeitet er freischaffend, zunächst in Halle, ab 1983 in Leipzig. Von 1978 bis 1990 war er Mitglied im Verband bildender Künstler der DDR, seit 1993 ist er es im Bund bildender Künstler Leipzig. Viele Ausstellungen, unter anderem in Halle, Leipzig, Berlin, Magdeburg, Bremen, München, Ingolstadt, Hannover, Gießen, Chemnitz, Braunschweig, Paris und Karlsruhe zeigten Werke von ihm. Ab 2003 übernahm er die Leitung der Projektgalerie Vorortost des BBKL e.V., die er vorgedacht und auch ins Leben gebracht hat.

Mit den Emailarbeiten, welche bereits im Studium durch Eigenständigkeit auffielen, konnte sich Hans Bagehorn zunächst im Bereich des Kunsthandwerks positionieren und errang Aufträge für baubezogenen Kunst. So entstanden Wandgestaltungen von ihm zum Beispiel in Leuna, Berlin, Eilenburg, Leipzig und in Lobenstein. Neben Emailbildern wandte sich Hans Bagehorn Metallarbeiten zu, wobei ihm insbesondere Ätzungen zum überzeugenden künstlerischen Ausdrucksmittel wurden. Zwei seiner Werke aus den Zeit vor 25 Jahren zeigen in dieser Ausstellung, wie er malerische Momente, figurative Assoziationen und konstruktive Elemente miteinander verband und auf die Metallfarbe mit sparsamen eigenen Farbsetzungen reagierte. Seit Mitte der neunziger Jahre ging die Auseinandersetzung mit diesen Materialien zurück, nicht zuletzt bedingt durch die hohen finanziellen Vorleistungen, welche der Künstler für derartige Projekte leisten muss. Wesentlich war aber auch der Verlust des Arbeitsortes. Von 1980 bis 1996 war er in eine Atelier- und Werkstattgemeinschaft in Vitzenburg integriert, die sich dann auflöste. Über großformatige Collagen, Pastellmalereien, Computerarbeiten und Siebdrucke mündete die Suche nach adäquaten künstlerischen Möglichkeiten für Hans Bagehorn in den Acrylbildern, in denen seine Pixelmelangen aufgehen. Die Schau zeigt den künstlerischen Werdegang exemplarisch auch mit zwei großformatigen Pastellen, in denen die assoziative Gestaltung in organischen Formungen ausgeprägt ist und mit Siebdrucken, in denen am Computer bearbeitete Vorlagen, oft Fotografien, neue Aufstellungen, Strukturierungen und Ausdrücke präsentieren. Die Auswahl dieser Präsentation wendet sich in Hauptteilen den neuen Werken von Hans Bagehorn zu, in denen er seine sogenannten Pixelmelangen – eben jene verfeinerten computerüberarbeiteten Bilder - hinter Acrylglas bringt, und so eine neue ästhetische Qualität erreicht.

Thematische und formale Kontinuität zeichnen die Arbeiten von Hans Bagehorn aus. In den unterschiedlichen Medien sucht er Formeln für Emotionen und generiert eigenständige Weltausschnitte. Der Leipziger ist ein Künstler, welcher Farbabstufungen zelebriert. Diszipliniert und kontrolliert schichtet er Formationen auf, verbindet sie mit aus der Natur entlehnten, geografischen oder geometrischen Gestalten, die er eigenwillig gliedert. Alle Nuancen sind aufeinander abgestimmt und ergeben eine Komposition mit Ausgewogenheit. Die Bagehornschen Arbeiten leben von Rhythmen, die Zufälle weitgehend ausschließen. Mit kristallinen Strukturen, überschnittenen Flächen, Formexplosionen, dem subtilen Farbgebrauch und klar gesetzten Kontrasten beschreiben die Arbeiten des Künstlers Gefühle und Impulse jenseits einer konkreten Gegenständlichkeit. Aber immer mit einem klaren Kompositionswillen und einem Fenster, dass Assoziationen in Richtung Landschaften und Räume offenhält.

Gäste in der Ausstellung sind aus Leipzig: Caroline Kober, Madeleine Heublein, Bertram Kober, Mathias Perlet und Hael Yxxs, allesamt bekannte Künstler dieser Stadt. Es sind Maler, Fotografen und Objektkünstler. Gesine Peterson kommt aus der Nähe von Karlsruhe, Andreas Stehfest und Andreas Münstermann sind aus Berlin angereist. Sie stellen sich mit Zeichnungen und Fotografien in Leipzig vor.

Ausgewählte Arbeiten


Hans Bagehorn, "Spaß-Schachtel" , Aluminium/Acryl, 86 x 100 cm


Hans Bagehorn, "Terra Y", 1998, Pastellzeichnung, 70 x 100 cm


Hans Bagehorn, "Schneeweißchen im Rosenrot", 2005/2010, Pittoreske Pixelmelange, C-Print/Acrylglas, 80 x 80 cm


Hans Bagehorn, "Nessy im Loch", 2012, Pittoreske Pixelmelange, C-Print/Acrylglas, 150 x 100 cm


Hans Bagehorn, "Vier Grazien in der Villa" 2012, Pittoreske Pixelmelange, C-Print/Acrylglas, 150 x 100 cm


Hans Bagehorn, Verschachtelt 2, 2012, Pittoreske Pixelmelange, C-Print/Acrylglas, 84 x 59 cm


Madeleine Heublein, „Nest II“ 2010, Öl auf Leinwand


Caroline Kober, „Biosphäre X“ 2011/12, Acryl auf Papier, 30 × 40 cm


Bertram Kober, „blaue Badewannen“ aus der Serie „Famos“, C - Print, verglast gerahmt, 120 x 90cm


Andreas Münstermann, ”Haus II”, Digitalprint, 40 x 50 cm


Mathias Perlet, „Kopfgeburt I“ 2009, Mischtechnik auf Bütten, 100 x 70 cm


Gesine Peterson, "Jahresarbeit 2011, pro Tag ein Bild: August“, Serie von 365 (Ausschnitt), 20 x 20 cm


Hael Yxxs, "ecco la fine del mondo" 2012, LED Panel, Folienschnitt, Folie, 115 x 55 cm

Ausstellungseröffnung