Einladungskarte

DIE LEBENSLINIE

Bildende Künstler zum Werk Volker Braun
5. Mai bis 4. Juni 2011

Ausstellungseröffnung
am 5. Mai 2011, 19.00 Uhr
Lesung und Gespräch mit Volker Braun
Begrüßung: Michael Faber, Kulturbürgermeister der Stadt Leipzig

Podiumsdiskussion zur Ausstellung
am 27. Mai 2011, 19.00 Uhr
Literatur und Kunst – Geschwister oder Antipoden?
mit Claudia Berg, Volker Braun, Elmar Faber, Johannes Heisig, Manfred Jendryschik

Öffnungszeiten
Mittwoch – Samstag: 14 – 18 Uhr

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Lebenslinie

Gefördert durch:

Projekte-Verlag Cornelius GmbH

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler

Claudia Berg, Manfred Butzmann, Reinhard Ehrt, Sighard Gille, HAP Grieshaber, Matthias Gubig, Alexander Gutsche, Ulrich Hachulla, Angela Hampel, Bernhard Heisig, Johannes Heisig, Wolfgang Henne, Madeleine Heublein, Karl-Georg Hirsch, Uta Hünniger, Joachim John, Rolf Kuhrt, Gerda Lepke, Walter Libuda, Reinhard Minkewitz, Gerhard Kurt Müller, Rolf Münzner, Uwe Pfeifer, Nuria Quevedo, Günter Richter, Peter Schnürpel, Max Uhlig, Baldwin Zettl

Projektleitung: Madeleine Heublein

Zur Ausstellung erscheint ein 10-seitiges Faltblatt (Außenseite, Innenseite)

Die Lebenslinie
Das frische Brötchen, um das du vor dem Aufstehn
Anstandst, schnitt ich mit dem Brotmesser
Au-f! die Klinge, welche du vorsorglich
Schärftest, fuhr mir in das Handfleisch
Die angeborene Linie längend. Liebste
Jetzt lassen wirs uns aber schmecken.

(aus: Volker Braun: Lustgarten, Preußen. Ausgewählte Gedichte. Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 1996)

Die Lebenslinie

Die Begegnung von bildender Kunst und Literatur ist alles andere als spannungslos. Ihre gegenseitige Annäherung produziert Reibungen und Widersprüche. Wie können sich zwei gänzlich unterschiedliche Verständnis- und Aneignungsweisen so ins Verhältnis setzen, dass daraus ein produktiver Dialog wird?
Auf diese Frage geben viele bildkünstlerische Beiträge zum Werk des Schriftstellers Volker Braun Antwort. Die Dichte seiner Texte und deren immanente historisch-gesellschaftliche Bezüge stellen bildende Künstler nicht nur vor eine besondere Herausforderung, sondern sind offensichtlich auch Anreiz und Provokation zur Bildfindung. Eine Vielzahl bildender Künstler unterschiedlicher Generationen hat sich zu den Gedichten, Erzählungen und Schauspielen Volker Brauns auf höchst eigenständige Art ins Verhältnis gesetzt. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Arbeiten zu dem Buchprojekt "Der Kassensturz. Volker Braun & Zeitgenossen" zu, die den Nukleus der Ausstellung "Die Lebenslinie" bilden.
Sowohl diese wie auch die weiteren in dieser Ausstellung versammelten künstlerischen Positionen verdeutlichen nachdrücklich, dass es gerade bei den Texten Volker Brauns keine einfache Entsprechung von Literarischem und Künstlerischem geben kann. Literatur wie Kunst müssen jeweils auf eigene Strahlung, eigene Ausdrucksweisen, eigenes Verständnis des Materials beharren. Ambivalenzen und Spannungen sind die Folge: einerseits gehen Literatur und bildende Kunst aufeinander zu, ergänzen sich, erweitern gegenseitig den Raum der Interpretation, andererseits aber ist immer die Gefahr verkürzter, eingeschränkter Sichtweisen gegeben. Das Bild kann sich vor den Text oder dieser vor das Bild stellen und die Wahrnehmung des jeweils anderen behindern. Deshalb beschränkt sich die Ausstellung nicht darauf, die Breite der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Werk Volker Brauns zu zeigen, sondern Betrachter und Leser auch zu Grundfragen des Verhältnisses von Literatur und Kunst zu führen.

Schriftsteller und Künstler haben Texte und Bilder zu Gedichten Volker Brauns für den Band „Der Kassensturz. Volker Braun & Zeitgenossen“ geschaffen. Dieses Buch wurde von Manfred Jendryschik herausgegeben. Es erschien 2010 in der Edition Cornelius des Hallenser Projekte-Verlag.

Ausgewählte Arbeiten


Claudia Berg, Kleiner Garten (bei Siersleben), 2009, Kaltnadelradierung


Matthias Gubig, Plinius grüßt Tacitus, 2010, Holzschnitt/3-farbig


Ulrich Hachulla, Höhlengleichnis (zu Volker Braun), 1986, Radierung


Madeleine Heublein, Kopf (zu Volker Braun), 2010, Monotypie


Karl-Georg Hirsch, Höhlengleichnis, 1986, Radierung


Johannes Heisig, 9. November, Kreide, 1996, Rötel über Lithografie


Baldwin Zettl, Das Mittagsmahl (zu Volker Braun), 2010, Kupferstich

Ausstellungseröffnung

am 5. Mai 2011, 19.00 Uhr
Lesung und Gespräch mit Volker Braun
Begrüßung: Michael Faber, Kulturbürgermeister der Stadt Leipzig

Podiumsdiskussion zur Ausstellung
am 27. Mai 2011, 19.00 Uhr
Literatur und Kunst – Geschwister oder Antipoden?
mit Claudia Berg, Elmar Faber, Johannes Heisig, Manfred Jendryschik

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