Einladungskarte

BLICK NACH WESTEN
LÄNDERWECHSEL

Gegenausstellung BBK Sachsen-Anhalt e.V.
Projektgalerie VORORTOST und Ausstellungsraum im Innenhof Rosa-Luxemburg-Staße 23

03.10. – 12.11.11

Rahmenveranstaltungen
19. Oktober 2011, 19 Uhr
Podiumsgespräch zum Thema "Kunst oder noch Design? Design oder schon Kunst?"
8. und 22. Oktober, 12. November 2011. immer 15 Uhr
Führungen durch die Ausstellung

Öffnungszeiten
Mittwoch – Samstag: 14 – 18 Uhr

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LÄNDERWECHSEL

Gefördert durch:

Blick nach Westen

Ausstellung des Berufsverbandes Bildender Künstler Sachsen-Anhalt e. V. in der
Reihe LÄNDERWECHSEL
in der Projektgalerie VORORTOST

Die Ausstellung ist die zweite Ausgabe der vom BBK Sachsen-Anhalt e.V. initiierten Ausstellungsreihe LÄNDERWECHSEL und antwortet auf die gleichnamige Ausstellung, in deren Rahmen Leipziger Künstlerinnen und Künstler im Sommer des vergangenen Jahres ihre Arbeiten in Merseburg zeigen konnten.

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Beteiligte Künstler

Claudia Baugut, Christiane Budig, Helmut Brade, Josefine Cyranka, Ludwig Ehrler, Marc Fromm, Rüdiger Giebler, Bernd Göbel, Klaus E. Göltz, Moritz Götze, Lutz Grumbach, Jens Gussek, Hannelore Heise, Michael Krenz, Juliette Kolberg, Sarah Lippett, Thomas Löber-Buchmann, Martin Möhwald, Eva Natus-Šalamoun, Katharina Stark, Karoline Peisker, Hubert Petras, Andreas Richter, Annegrete Riebesel, Renée Reichenbach, Silke Trekel, Klaus Völker,Cornelia Weihe

Am 1. Oktober 2011, um 11 Uhr wurde in der Projektgalerie des Bundes Bildender Künstler Leipzig e.V. unter dem Titel „Blick nach Westen“ eine Ausstellung mit Arbeiten von 29 Künstlerinnen und Künstlern aus Halle eröffnet. „Blick nach Westen“ ist die zweite Ausgabe der vom BBK Sachsen-Anhalt e.V. initiierten Ausstellungsreihe LÄNDERWECHSEL und antwortet auf die gleichnamige Ausstellung, in deren Rahmen Leipziger Künstlerinnen und Künstler im Sommer des vergangenen Jahres ihre Arbeiten in Merseburg zeigen konnten. Wer über die Grenzen von Leipzig hinaus den Blick nach Westen wendet, stößt auf die der Stadt nächstgelegene Kunstmetropole: Halle an der Saale. Die Entfernung zwischen „Europas heimlicher Musikhauptstadt“ und „Sachsen-Anhalts heimlicher Kulturhauptstadt“ beträgt kaum vierzig Kilometer. Trotzdem oder vielleicht eben deshalb: Beide Städte besitzen profilierte Kunstszenen mir überregionaler Ausstrahlung. Beide sind geprägt von den ortsansässigen Kunsthochschulen: Die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, eine der ältesten Kunsthochschulen Deutschlands, ist in der Kunstwelt – die häufig vergisst, dass es hier großartige Grafik- und Fotografieausbildung gab und gibt – berühmt für die Malerei der „alten“ Leipziger Schule und der Neuen Leipziger Schule. Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, deren Geschichte sich mit der Reform der Kunstgewerbeschulen um 1900 verbindet, ist erfolgreich mit ihrem die Transdisziplinarität fördernden Ausbildungsprogramm, dessen Basis ein außergewöhnlich breites Spektrum bildender und angewandter Kunst sowie unterschiedlicher Designdisziplinen ist. Die von den Absolventinnen und Absolventen dieser Schule geprägte Szene in Sachsen-Anhalt ist bestimmt vom andauernden Diskurs zwischen den „nützlichen“ und den „freien“ Künsten. Künstler und Designer nutzen seit jeher vergleichbare gestalterische Mittel bei der Produktion von Gegenständen ästhetischer Erfahrung. Der gegenwärtig zu beobachtende fortschreitende Prozess der Vermischung und Durchdringung aller Kunstformen ist gekennzeichnet von der aktuellen Selbstdarstellung des Designs als Kunst und der Entäußerung der Kunst in Gebrauchsobjekten. In diesem Prozess vollzieht sich auch eine neue Form der Assimilierung der angewandten, handwerklichen, materialorientierten Disziplinen, vor allem dann, wenn sie auf die Verwendung eines bestimmten Materialtyps und nicht – wie zum Beispiel die per definitionem den Angewandten Künsten zuzurechnende Schmuckkunst – auf einen Gegenstandbereich fokussiert sind.

Die Ausstellung zeigt, dass in der künstlerischen Praxis Arbeiten aus kunsthandwerklich konnotierten Materialien, wie Keramik, Textil oder Metall, mit den Produkten handwerklich erzeugter Gebrauchkunst oft wenig gemein haben, weil sie als Bild, Skulptur oder Installation wahrgenommen werden wollen. Ihre „Angewandtheit“ erschöpft sich vielfach im Zitat, in der Behandlung des Materials und gelegentlich als mehrdeutige Behauptung eines nicht einlösbaren Gebrauchsversprechens. Häufig ist ihre „Angewandtheit“ auch nur dem ausbildungs- oder/und werkbiografischen Hintergrund seiner Autorin / seines Autors geschuldet. Die Ausstellung zeigt aber auch, dass der Anspruch eines handwerklich gefertigten Stücks, als Kunstwerk Geltung zu erlangen, sich mit einer Zweckbestimmung als Gefäß oder Schmuck durchaus verträgt.

Ausgewählte Arbeiten


Blick in die Ausstellung


Moritz Götze, Der Heilige Sebastian, nach Friedrich Oberbeck, 2008, Öl auf Leinwand, Rahmen emailliert


Martin Möhwald, Vasen, 2008, Ton, gedreht, bedruckt, H 41 cm


Marc Fromm, Esstablett (2), 2010, Lindenholz, Ölharzfarbe


Thomas Löber-Buchmann, Teller, 2010/2011, 12 Stück, Porzellan auf Ton, Tiefdruck, Collage, transparent glasiert


Katharina Stark, Das Versteck, 2011, Jacquardweberei, Baumwolle


Cornelia Weihe, Plastik Kopf II, 2011, Stahldraht


Hannelore Heise, Über kurz oder lang, Grafik zum Spiel, 2004


Renée Reichenbach, Elfenbein, 2010, Schamottierter Ton, gebaut, Intarsien aus eingefärbten Tonen und Porzellan, bemalt, teilweise glasiert

Ausstellungseröffnung


Foto: Helga Schulze-Brinkop

Podiumsgespräch zum Thema "Kunst oder noch Design? Design oder schon Kunst?"
mit Dr. Eva Maria Hoyer und Dr. Renate Luckner-Bien am 19. Oktober 2011, 19 Uhr

Pressestimmen


LVZ vom 7.10.2011