ZEITFENSTER 2015

Vor- und Nachlass // 6 - ZEITFENSTER
Elfriede Ducke, Heinz Mäde, Ingolf Schelhorn,
Inge Wunderlich

Projketraum der boesner GmbH
Spinnerstr. 7, 04179 Leipzig

Vernissage: Sa, 12.09.2015, 11 Uhr

Einführung: Rita Jorek

Ausstellungsdauer: 13. - 23.09.2015

Öffnungszeiten: Mo - Sa / 12 - 18 Uhr
Sonderöffnungszeiten zum Rundgang: Sa, 12.09. / 11 - 18 Uhr

Zum zweiten Mal öffnet sich das „Zeitfenster“ während des traditionellen Leipziger Galerienrundganges im Herbst. Wieder stellt die boesner GmbH dankenswerter Weise ihren Projektraum zur Verfügung, um Einblicke in Vor- und Nachlässe von vier Leipziger Künstlerinnen und Künstlern zu gewähren. Die nur schmalen, dennoch repräsentativen Ausschnitte aus vier Lebenswerken beinhalten auch diesmal wieder noch nie Gezeigtes und unbedingt Wiederzuentdeckendes.

In diesem Jahr sind es die – unbedingt wiederzuentdeckenden – einprägsamen, präzisen Porträts, die die Bernhard-Heisig-Schülerin Inge Wunderlich zwischen den Jahren 1966 und 1982 geschaffen hat, und die eigenwilligen, auch heiteren Tierplastiken der im Juni verstorbenen Bildhauerin Elfriede Ducke. Wie I.Wunderlich ist auch E.Ducke Schülerin prominenter Leipziger Lehrer: Sie studiert in den 1940er Jahren bei Alfred Thiele und Kurt Feuerriegel. Waren Arbeiten Wunderlichs seit mehr als zehn Jahren nicht mehr zu sehen, konnte E.Ducke sich von Zeit zu Zeit an Ausstellungen der Leipziger GEDOK mit aktuellen Arbeiten beteiligen.

Heinz Mäde und Ingolf Schelhorn sind durch die Landschaftsmalerei miteinander verbunden: Der eine geht mit fast jungenhafter Begeisterung vor, geographisch genau, öfter kleine Figuren und Fahrzeuge ins Bild setzend, der andere still, sanft, verallgemeinernd. Beide Maler hatten sich neben ihren Leipziger Adressen Refugien auf dem Land gesucht: H.Mäde in Langendorf bei Weißenfels, I.Schelhorn im sächsischen Narsdorf. Noch mehr als bei H.Mäde gehören in I.Schelhorns ländliches Repertoire Arbeitsalltag und die Bewohner des Dorfes. Mit einer kleinen Winterlandschaft, sozusagen als vermittelndes Bild zwischen den Malerkollegen, beweist auch I.Wunderlich, wie souverän das Thema Landschaft innerhalb der „Leipziger Schule“ verankert ist.

Dass der BBK LEIPZIG e.V. gut entschieden hat, den exklusiven Ort und Termin für eine Ausstellung mit Arbeiten älterer und verstorbener Kolleginnen und Kollegen zu nutzen, beweist die einhellig positive Resonanz im letzten Jahr. Frank Ruddigkeits Präsentation wurde in der diesjährigen Leipziger Jahresausstellung wiederaufgegriffen. Brigitte Poredda, deren Arbeiten wir nach Jahren des Vergessens ausgestellt hatten, gehört aktuell zu den markanten Malerinnen in der Ausstellung „Die bessere Hälfte“, die von Barbara John für die Kunsthalle der Sparkasse zusammengestellt wurde. Dass wir mit einer zweiten Auflage des „Zeitfensters“ richtig liegen, belegt eine Vielzahl diesjähriger Konferenzen und Werkstatt-Tagungen in Bonn, Potsdam, Dresden und Berlin zum brennenden Thema Vor- und Nachlasspflege, in die sich unsere Ausstellung mit ihrer Intention bestens einordnet.

Wir danken der Firma boesner GmbH, der Stiftung Werkstattmuseum für Druckkunst Leipzig, den Leihgebern und allen anderen, die diese Ausstellung unterstützen.

Plakat


Elfriede Ducke, Sitzender Gepard, 1985, Bronze, 24 x 18 x 32 cm;
Foto: Sigrid Schmidt


Heinz Mäde, Waldweg im Winter, Aquarell I, 1982, 73,4 x 51,4 cm;
Foto: Christoph Sandig


Ingolf Schelhorn, Interieur, Acryl auf Hartfaser, 89 x 74 cm;
Foto: Sebastian Kiss


Inge Wunderlich, Selbstbildnis mit schwarzer Kappe;
Foto: Gisela Uhlmann