Einladungskarte

JOHANNES BURKHARDT

Malerei + Zeichnungen
Lebensbilder 1941 - 2009
Ausstellung zum 80. Geburtstag

18.04. – 20.05.09

JOHANNES BURKHARDT

Unterwegs

Ich bin noch immer unterwegs: Wohin,
wie lange noch, wozu – wen soll ich fragen?
So gehe ich und geh und will nicht klagen.
Im Unterwegs sein selbst find ich den Sinn.

Ob ich vom Wege abgekommen bin,
das Ziel verfehle – wer kann mir das sagen?
Jetzt scheint es nah, dann fern, und Zweifel nagen:
Ging in die Irre ich von Anbeginn?

Manchmal auch bin ich müd und träume still,
ich sei am Ziel, und alles flög mir zu,
was ich – wohl zweifelnd, doch mit Kraft – erstrebe.

Nur wenn ichs fassen dann und halten will,
entzieht es sich. Das lässt mir keine Ruh.
Ich bin noch immer unterwegs. Ich lebe.

Johannes Burkhardt: Lebensbilder
Rede zur Ausstellungseröffnung von Rita Jorek

„Sehen Sie sich um, Banken krachen, Konzerne stürzen und goldene Götzen von Gestern sind hin. Der Welt tut Not der Idealist, der Formulierer der Idee, der Künstler… Der Künstler ist die Vereinigung von Phantasie mit lebendigstem Leben.“ – Das hab ich nicht gesagt und Johannes Burkhardt, der hier einen Blick in sein Schaffen anbietet, ebenfalls nicht. Diese Sätze stammen von dem Dresdner Maler Bernhard Kretzschmar aus seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung der Dresdner Sezession im Jahre 1932. – Wie sich die Zeiten gleichen.

„Lebensbilder“ nennt Johannes Burkhardt das, was sein Lebenswerk ausmacht und hier nur zum kleinen Teil zu sehen ist. Ein Lebenswerk umfasst die Gesamtheit des von einem Menschen Geschaffenen. „Lebensbilder“ sind sowohl die Bilder des Lebens dieses einen Schöpfers, aber auch Bilder des „lebendigsten Lebens“, von der Phantasie gespeist, beflügelt, in ihr aufgehoben. Sie tun uns auch heute Not, wie sie damals in der großen Krise hätten gebraucht werden sollen.

Das Streben dieses Künstlers besitzt seinen Urgrund in einem Elternhaus, das Musik und die Künste pflegte. Der Junge lernte Klavier und Cello spielen. Von der Volksschule in Großenhain wechselte er 1940 zum Musischen Gymnasium nach Leipzig, einer Internatsschule mit einem hohen künstlerischen Anspruch und Angebot. In schlimmsten Kriegszeiten erhielten die Schüler eine gründliche humanistische Bildung. „Während in Deutschland alles wie vom Teufel besessen schien, wurde ich aus der unerträglichen Realität in einen schönen Traum versetzt, in dem die Musen walteten“, schrieb der Maler und Grafiker Arnd Schultheiß über diese Zeit, die beide an der Schule erlebten. [...]
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Ausgewählte Arbeiten


Johannes Burkhardt, „Selbst, skeptisch“ 2004, Kohle, Gouache, Tusche auf Aquarellkarton und Zeitung


Johannes BurkhardtJohannes Burkhardt, „Dölzig im Frühling“, ca 1975, Öl auf Hartpappe


Johannes Burkhardt, „Spaziergänger im Park“, 1956, Eitempera auf Papier, Pappe


Johannes Burkhardt, „Landschaft im Juni“, 1967, Öl auf Leinwand, Leihgabe Museum der bildenden Künste Leipzig


Johannes Burkhardt, „Erinnerung an Dölzig“ 1994, Eitempera, Öl  auf Hartfaser


Johannes Burkhardt, „Blaue Stunde“, 2009, Gouache auf Papier


Johannes Burkhardt, „Lilienstein“ 1956, Tusche, laviert, Leihgabe Lindenau-Museum Altenburg

Bilder der Ausstellungseröffnung